Patientensicherheit
nichtfinanzielle Belange
Die Sicherheit und Gesundheit der Patientinnen und Patienten steht für uns an erster Stelle. Mit persönlicher und kompetenter Beratung und einem einzigartigen Angebot von Produkten und Gesundheitsdienstleistungen begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten in allen Lebenslagen, fördern ihr Wohlergehen und ermöglichen Menschen jeden Alters ein gesundes Leben zu führen. Wir setzen uns dafür ein, die Qualität der Produkte entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu gewährleisten. Qualitätsmanagementsysteme und digitale Lösungen unterstützen die Mitarbeitenden dabei, die Patientensicherheit zu erhöhen.

GRI 3-3
Art. 964b Abs. 1 OR
Art. 964b Abs. 2 Ziff. 4 OR
Patientensicherheit bedeutet in erster Linie, die Qualität und Sicherheit unserer Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten; von der Lieferkette über die Infrastruktur und Prozesse bis hin zur gezielten Schulung unserer Mitarbeitenden. Ein zentraler Beitrag erfolgt durch die qualifizierte Beratung in unseren Apotheken, wo unsere Fachpersonen mit Anamnese, Triage und individueller Betreuung eine sichere und wirksame Arzneimittelanwendung unterstützen. Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle: Mit modernen Technologien wie Clinical Decision Support Systems stärken wir die Patientensicherheit und unterstützen Gesundheitsfachpersonen bei der medikationsbezogenen Entscheidungsfindung.
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Auswirkungen, Risiken & Chancen |
Charakterisierung |
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Medikationsfehler oder Qualitätseinbussen bei Medikamenten können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Patientinnen und Patienten haben. |
Negativ, potenziell Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
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Durch die Wahrung und Sicherstellung der Qualität ihrer Produkte, Beratungen und Dienstleistungen kann Galenica zu einem gesunden Leben ihrer Patientinnen und Patienten beitragen – und kann somit einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen der Schweizer Bevölkerung leisten. |
Positiv, potenziell Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
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Durch den gezielten Einsatz digitaler Lösungen können Abläufe effizienter gestaltet und die Sicherheit sowie das Wohl der Patientinnen und Patienten weiter gestärkt werden. |
Chance, Eigener Betrieb + nachgelagerte Wertschöpfungskette |
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Medikationsfehler oder Qualitätseinbussen bei Medikamenten und daraus folgende Gesundheitsrisiken bei Patientinnen und Patienten können rechtliche sowie reputative Risiken für Galenica bedeuten. |
Risiko, Eigener Betrieb |
GRI 3-3
Art. 964b Abs. 2 Ziff. 5 OR
Unsere Zielsetzung
Wir streben eine möglichst hohe Patientensicherheit und Kundenzufriedenheit an: Unser Ziel ist es, durch sichere Produkte, verlässliche Prozesse und qualifizierte Beratung eine vertrauensvolle und wirksame Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
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Ziel |
Status |
Zieljahr |
Messparameter |
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2025 |
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2024 |
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Wir erhöhen die Verwendung von Clinical Decision Support Checks (CDS.CE) auf 500 Millionen bis 2025 und auf 1 Milliarde bis 2030. |
↗ |
2030 |
Anzahl CDS.CE Checks (Clinical Decision Support) |
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553 Mio.► |
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369 Mio. |
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Die Kundenzufriedenheit steht im Zentrum aller Aktivitäten. Mittels Weiterempfehlungsbereitschaft rNPS wird die Zufriedenheit der Endkunden systematisch gemessen und der Abstand im Vergleich zum Durchschnitt des Wettbewerbs ermittelt. Die Ambition ist in jedem Jahr ein Zielerreichungsgrad rNPS von 100%. |
x |
Jährlich |
Zielerreichung rNPS |
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78.8%► |
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95.50% |
►2025 Daten extern geprüft (limited assurance)
↗ Realistisch
→ Teilweise verzögert/kritisch
↘ Kritisch
= Erreicht
× Nicht erreicht
GRI 3-3
Art. 964b Abs. 2 Ziff. 2-3 OR
Unser Managementansatz
Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, verfügen alle Unternehmen der Galenica Gruppe über ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem (QMS). Die Verantwortlichkeit dafür liegt bei der Fachverantwortlichen Person der einzelnen Gesellschaft.
Alloga, Medifilm, Mediservice, UFD und HCI Solutions sind nach ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme zertifiziert. Auch Galexis und die Unternehmen des Bereichs Pharmacies arbeiten mit Prozessmanagementsystemen, die den ISO 9001-Vorgaben entsprechen, sind jedoch derzeit nicht zertifiziert. Bichsel und HCI Solutions erfüllen die Anforderungen der ISO 13485 für Medizinproduktehersteller. Die Einhaltung der ISO-Normen wird durch regelmässige Audits sichergestellt.
Die Bichsel Gruppe erfüllt darüber hinaus folgende Anforderungen: Ihr Qualitätsmanagementsystem (QMS) basiert auf der ICH-Q10-Leitlinie die speziell für pharmazeutische Qualitätsmanagementsysteme veröffentlicht wurde. Bichsel verfügt über Betriebsbewilligungen für die Herstellung und Grosshandel von Arzneimitteln gemäss Heilmittelgesetz. Zur Qualitätskontrolle führt das Unternehmen täglich zahlreiche chemische und mikrobiologische Analysen zur Kontrolle von Endprodukten, Rohstoffen und Packmitteln durch.
Aufgrund der hohen Anforderungen bei der Herstellung von abgefüllten, endsterilisierten und biologischen Arzneimitteln finden bei Bichsel in der Regel alle zwei Jahre behördliche Inspektionen statt. Bei der Inspektion wird geprüft, ob die gesetzlichen GMP- und GDP-Vorgaben ausreichend eingehalten werden. Im Anschluss an die Inspektion im April 2025 wurden der Bichsel Gruppe die beantragten GMP- und GDP-Zertifikate ausgestellt.
Zur Sicherung der Qualität in den Apotheken von Amavita, Sun Store und Coop Vitality, ist seit 2024 ein neues Qualitätsmanagementsystem (QMS) im Einsatz. Das QMS umfasst verbindliche Arbeitsanweisungen (SOPs) für zentrale Prozesse wie Arzneimittelherstellung und -abgabe, Datenschutz, Hygiene und Entsorgung. Die Einhaltung wird regelmässig durch Audits, Testkäufe, anonyme Anrufe und Inspektionen der Kantonsapotheker überprüft. Zusätzlich werden unsere Apotheker und Apothekerinnen regelmässig zu gesetzlichen Grundlagen in den Apotheken geschult. 2025 haben 110 Personen diesen Kurs absolviert. Für spezialisierte Dienstleistungen wie Checks oder Impfungen absolvieren sie zertifizierte Weiterbildungen mit Fähigkeitsausweisen. Weiter haben sämtliche Mitarbeitenden in den Apotheken gemäss ihrem Verantwortungsbereich Qualitätsschulungen im Selbststudium absolviert.
Bei der Einführung von neuen Medikamenten bietet Verfora Schulungen für die Apotheken an, um die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden zu fördern und dadurch die Sicherheit und Gesundheit der Patienten zu gewährleisten. 2025 führte Verfora 125 Schulungen für rund 17‘000 Pharma-Assistentinnen und -Assistenten sowie Apothekerinnen und Drogisten durch. Die Teilnehmerzahl ist im Vergleich zum Vorjahr damit um mehr als 50% gestiegen.
GDP-Leitlinien für eine gute Vertriebspraxis
Auch im Bereich Logistik setzen wir auf höchste Standards zur Sicherstellung der Patientensicherheit. Alloga, Galexis, UFD, Pharmapool, Verfora und die Bichsel Gruppe sind verpflichtet, die internationalen Regeln der Guten Vertriebspraxis von Arzneimitteln konsequent einzuhalten (Good Distribution Practice (GDP)-Leitlinien). Dies soll verhindern, dass gefälschte Arzneimittel in die legale Lieferkette gelangen, und sichern die Qualität und Unversehrtheit der Produkte entlang der gesamten Vertriebskette. Die Umgebungstemperatur der Arzneimittel wird vom Herstellungsort bis zur Auslieferung kontinuierlich überwacht; bei Abweichungen werden umgehend Massnahmen gemäss GDP-Leitlinien eingeleitet. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird im Auftrag von Swissmedic regelmässig durch die regionalen Heilmittelinspektorate kontrolliert.
Die GDP-Leitlinien gelten ebenfalls für alle von uns beauftragten Logistikdienstleistern. Neben den offiziellen Kontrollen durch Swissmedic prüfen auch die Qualitätsabteilungen der Galenica-Unternehmen deren Einhaltung.
Bertriebsintern werden regelmässig Mitarbeiterschulungen der GDP-Richtlinien durchgeführt und die entsprechenden Prozessdokumentationen laufend aktualisiert. Im Rahmen des Prozess-und Qualitätsmanagements werden zudem interne Verbesserungsmassnahmen auf Basis von Kundenrückmeldungen und Reklamationen, mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung, aktiv initiiert und umgesetzt.
Lückenlose Kühlkette für Medikamente
Alle Unternehmen von Wholesale & Logistics sowie Medifilm, Mediservice und Bichsel stellen eine lückenlose Kühlkette für die Prüfung, Lagerung und den Transport von temperatursensiblen Medikamenten sicher. Bei Alloga gilt das auch für die sogenannte Ultratiefkühllogistik, das heisst die Lagerung und den Versand bei −80°C, wie sie für eine neue Generation von Krebsmedikamenten notwendig ist. Alloga und Galexis nutzen zudem mit Paraffin gefüllte Kühlelemente, die eine stabilere Temperatur der Arzneimittel über den Zeitraum des Transports gewährleisten.
Galexis, UFD, Pharmapool und die Bichsel Gruppe betreiben eigene Fahrzeugflotten mit insgesamt 178 Lieferwagen (bis 3.5 Tonnen) und 3 Lastwagen (14 bis 22 Tonnen). Alle Fahrzeuge sind GDP-konform und mit Laderaumklimatisierung ausgerüstet, die für den sicheren Transport von Arzneimitteln unerlässlich ist.
Laufende Überwachung aller Produkte
Die Produktsicherheit wird durch verschiedene Herangehensweisen überprüft und sichergestellt. Dabei überprüfen die entsprechenden Unternehmen durch initiale und regelmässig wiederkehrende Audits die Qualifikation der Lohnhersteller. Dabei wird das Einhalten der GMP-Leitlinien bewertet, so dass jederzeit sichere Produkte für den Patienten produziert werden. Bevor Produkte auf den Markt gebracht werden, wird untersucht, dass sie gemäss den GMP-Leitlinien hergestellt und geprüft sind, sowie alle definierten Spezifikationen erfüllen. Wie für alle Medikamente gibt es auch für die Produkte von Verfora präklinische und klinische Daten, die die Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte gewährleistet.
GRI 416-1, 416-2
Pharmakovigilanz: Weiterleitung von Meldungen
Nach der Markteinführung steht die Pharmakovigilanz im Zentrum: Bichsel und Verfora überwachen kontinuierlich alle Produkte und analysieren Meldungen zu Nebenwirkungen. Alle Mitarbeitenden sind verpflichtet, solche Meldungen fristgerecht und vollständig weiterzuleiten. Die Informationen zu Verlauf, Dosierung und Auswirkungen werden dokumentiert und bei Bedarf Massnahmen eingeleitet. Neue Mitarbeitende erhalten eine Checkliste zum Vorgehen bei Nebenwirkungen und werden entsprechend geschult. Jährliche Schulungen für alle Mitarbeitenden ergänzen dieses Vorgehen. Zusätzlich prüft Verfora Inserate und Werbeplakate systematisch auf ihre Richtigkeit und analysiert Produkte bis zum Ende ihrer Laufzeit regelmässig im Labor, um Qualitätsabweichungen frühzeitig zu erkennen.
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Aspekt |
Einheit |
2025 |
2024 |
2023 |
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Pharmakovigilanz: Weiterleitung von Nebenwirkungsmeldungen |
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- Einhaltung der Frist zur Weiterleitung einer Nebenwirkungsmeldung |
% |
93 |
91 |
97 |
2025 hielten die Mitarbeitenden von Verfora bei 93% (Ziel: >90%) der Meldungen die Frist zur internen Weiterleitung einer Nebenwirkungsmeldung ein. Bei Bichsel hielten die Verantwortlichen bei 100% der Meldungen die Frist zur Weiterleitung einer Nebenwirkungsmeldung an die Behörde ein. Im Berichtsjahr wurden keine Verstösse festgestellt, welche die Patientensicherheit im Zusammenhang mit Produkten oder Dienstleistungen beeinträchtigt hätten.
Art. 964b Abs. 2 Ziff. 5 OR
Erhöhte Patientensicherheit dank E-Medikationslösung
Zur Vermeidung von Medikationsfehlern stellt HCI Solutions zentrale Stammdaten für den Schweizer Gesundheitsmarkt bereit und entwickelt digitale Lösungen im Bereich E-Health. Mit der prozessintegrierten Lösung Documedis® trägt das Unternehmen massgeblich zu einem sicheren und effizienten Gesundheitssystem bei, indem es spezifische E-Health Applikationen und -Services rund um den Medikationsprozess anbietet.
Documedis® ist eine E-Health-Plattform, die auf den INDEX-Daten basiert und bereits in Apotheken-, Ärzte- und Spitalsoftware in den Medikationsprozess integriert ist. Sie bietet unter anderem Clinical Decision Support Checks (Documedis CDS.CE), mit denen Gesundheitsfachpersonen Medikationen auf Risiken, Doppelmedikationen oder Allergien prüfen können. Aktuell stehen 14 solcher CDS.CE Checks zur Verfügung. Documedis CDS.CE unterstützt somit die Leistungserbringer beim Verschreiben neuer Medikamente oder beim Ergänzen der Medikation. Seit 2023 ergänzt das Modul Documedis® Vaccination die Plattform um Funktionen zur Dokumentation und Prüfung von Impfungen.
Documedis CDS.CE ist für die Patientensicherheit zentral: Die Checks zeigen, ob die geplante Medikation Risiken enthält, die vor der Abgabe an den Patienten beseitigt werden können.
Im Jahr 2025 wurden von den Leistungserbringern 553'282’298 CDS.CE-Checks1) durchgeführt, dies entspricht einer Zunahme von 50% (Vorjahr: 368'813’628). Die Zielerreichung bis 2025 respektive 2030 ist realistisch.
Um die Anzahl CDS-Checks zu steigern, hat HCI diverse Workshops mit Klinikinformationsanbietern durchgeführt.
1) ► 2025 Daten extern geprüft (limited assurance)
Art. 964b Abs. 2 Ziff. 5 OR
Kundenzufriedenheit
Die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden steht im Zentrum aller Aktivitäten. Um diese zu messen, wird der Net Promoter Score (NPS) der Kunden der Apotheken Amavita, Sun Store und Coop Vitality und der Abstand im Vergleich zum Durchschnitt des Wettbewerbs ermittelt. Der NPS (Net Promoter Score) ist eine Kennzahl, welche misst, inwiefern Kundinnen und Kunden unsere Apothekenformate weiterempfehlen. Für die Erhebung werden in einer repräsentativen Online-Marktbefragung zweimal pro Jahr über 2’000 Kundinnen und Kunden von Apotheken zu ihrer Zufriedenheit und Weiterempfehlung der von ihnen genutzten Apotheken-Marke befragt. Zur Steigerung der Kundenzufriedenheit hat Galenica in 2025 in die Sensibilisierung und Befähigung der Apotheken-Teams investiert. Dabei ging es primär um die Vermittlung der Wichtigkeit zufriedener Kunden für den langfristigen Erfolg und was die Implikationen davon auf das Verhalten des Apotheken-Personals in der Kundeninteraktion ist. Die Zielerreichung für 2025 liegt bei 78.8%1) und das Jahresziel wurde damit deutlich verpasst. Galenica kommuniziert die effektive Höhe bzw. den Abstand zum besten Wettbewerber aus Konkurrenzgründen nicht.
1) ► 2025 Daten extern geprüft (limited assurance)