Ein Standort erfindet sich neu
Nachhaltig erfolgreich
Mit der Inbetriebnahme eines neuen Lagerverwaltungssystems im März 2025 hat Galexis in Lausanne-Ecublens weit mehr als ein IT-Projekt umgesetzt: Rund 250 Mitarbeitende gestalteten einen tiefgreifenden organisatorischen und kulturellen Wandel – gemeinsam und im laufenden Betrieb.

Galenica liefert jedes zweite in der Schweiz bestellte Medikament aus und spielt eine Schlüsselrolle in der Pharmalogistik. Doch steigender Bedarf und wachsende Produktvielfalt machen die Logistik zunehmend anspruchsvoller. Galexis begegnet dieser Entwicklung mit Automatisierung und Digitalisierung: Die SAP-Umstellung im Logistikzentrum Lausanne-Ecublens war deshalb ein konsequenter Schritt. Das System vernetzt Wareneingang, Lager, Kommissionierung, Versand und Fakturierung zu durchgängigen Prozessen. Der Automatisierungsgrad stieg auf über 70 Prozent, die Produktivität nahm deutlich zu. Mit der Umstellung in Lausanne-Ecublens übernimmt Galexis eine Vorreiterrolle in der Westschweiz.
Die Transformation forderte das ganze Team trotz Schulungen und laufender Information heraus. «SAP brachte neue Abläufe sowie Digitalisierung und Automatisierung», betont Laurent Depraetere, Head of Logistics Operations Lausanne-Ecublens. «Das erste Quartal war intensiv, wir waren zeitweise am Limit.» Eine Taskforce, unterstützt von Fachleuten des Logistikzentrums Niederbipp, half, Stabilität zu gewinnen. «Wir zogen alle am gleichen Strang und arbeiteten konsequent auf ein gemeinsames Ziel hin», erinnert sich der Leiter Spedition Gianclaudio D’Albero.

Höhere Effizienz und Qualität
Der Aufwand hat sich gelohnt: Heute läuft SAP in Lausanne-Ecublens zuverlässig. Herzstück ist das automatisierte Hochregallager mit rund 10'000 Artikeln. Lichtsignale zeigen den Mitarbeitenden in der Kommissionierung an, welches Produkt wohin gehört – das geht bis zu fünfmal schneller als früher. In der Spedition und bei den Kunden sorgen Scans dafür, dass das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Die Chargenrückverfolgbarkeit hebt die Qualität auf ein neues Niveau. «Diese Transparenz ist bei Medikamenten wichtig», betont Laurent Depraetere.
Kulturwandel schon vorher eingeleitet
Entscheidend für den Erfolg war auch der Kulturwandel, der bereits zwei Jahre zuvor mit der Einführung von Lean-Arbeitsmethoden angestossen wurde. Kurze, tägliche Team- und Bereichsbesprechungen sowie Rundgänge, bei denen Mitarbeitende bereichsübergreifend Prozesse beobachten können, fördern das Engagement und Transparenz über die erfolgten Umstellungen. «Lean ist keine Methode, sondern eine Kultur», sagt Laurent Depraetere. «Wenn Mitarbeitende mitdenken und Ideen umsetzen können, entsteht echte Motivation.» Wie tragfähig dieser Teamspirit ist, zeigte sich während der SAP-Umstellung, als es hiess, dranzubleiben und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Teams meisterten die Herausforderungen mit Geduld, Zusammenhalt und wachsendem Selbstvertrauen.
Gelerntes für die Umstellung in Niederbipp
Kundinnen und Kunden in der Westschweiz profitieren unterdessen davon, dass deutlich mehr Artikel schneller verfügbar sind, da sie direkt aus Lausanne-Ecublens geliefert werden. Mit der Umstellung hat Galexis die Leistungsfähigkeit des Standorts für die kommenden Jahre gestärkt und gleichzeitig die Basis für den nächsten Meilenstein gelegt: die SAP-Umstellung im Hauptlogistikzentrum in Niederbipp im dritten Quartal 2026.
Hohe Servicequalität und gezielte Investitionen in die Zukunft
Beim Pre-Wholesaler Alloga konnte die SAP-Umstellung bereits im Jahr 2024 abgeschlossen werden. Damit wurde ebenfalls ein Kulturwandel sowie Prozessanpassungen eingeleitet, die im vergangenen Jahr spürbare Verbesserungen mit sich brachten: 2025 steigerte Alloga die Leistungsfähigkeit deutlich: Über 110 Mio. Packungen wurden mit 99,9 Prozent Tagfertigkeit verarbeitet. Die Einführung von SAP sorgte für stabilere Abläufe und höhere Transparenz in der Kundenkommunikation. Das zeigt sich auch in der Kundenzufriedenheit: Diese stieg auf einen sehr guten Wert (NPS: 30) im B2B-Logistikumfeld. 2026 investiert Alloga in eine neue Palettenspedition, digitalisierte Wareneingangsprozesse und flexible Organisationsmodelle zur Stärkung von Skalierbarkeit und operativer Resilienz.